Veröffentlicht in

Bei den Piraten und dann segeln wir ans Ende der Welt

In Gran Tarajal waren wir gut aufgehoben. Relativ viel Wind war vorhergesagt und wir hatten keine Lust Ankerwache zu schieben. Der Hafen ist gegen die meisten Windrichtungen gut geschützt. Schöne Strände sind nah und die Stadt ist angenehm untouristisch aber trotzdem entwickelt. Also genau das was wir brauchen. Eines der Highlights für Familien mit Kindern auf Fuerte sind die Höhlen der Piraten. Vor ein paar hundert Jahren sind die Kanarischen Inseln immer wieder von Piraten überfallen worden. In den Höhlen, haben sie ihre Diebesbeute gelagert und dann zum Abtransport fertig gemacht. Die Höhlen liegen auf der Wetterseite der Insel, also die Seite, gegen die die See permanent anrennt. Nachdem es seit ein paar Tagen ordentlich weht, steht auch eine gescheite Welle. Nach einem spektakulären Aufstieg am Abgrund hoch über dem tobenden Meer, steigen wir in die dunkle Höhle ein. Von zwei Seiten brandet die See an die Höhleneingänge, was man in der Höhle an dem Zug und dem Lärm spürt.Felix und Julia sind gleich in ihrem Element und klettern in der Höhle herum. Zusammen erkunden wir die Höhle und klettern über große Steinberge und Felsen in das Innere. Leider benutzen nicht nur die Möwen das Ende der Höhle als Toilette. Trotzdem ein tolles Spektakel, so nah an der wilden Seite des Ozeans zu stehen und die rohe Gewalt zu spüren. Der Wind für die nächsten Tage ist wieder auf ein angenehmes Maß vorhergesagt. Zeit für uns weiter zu ziehen, auf unserer Reise in den Süden. Wir segeln zur Südspitze von Fuerteventura. Laut Revierbeschreibung gibt es hier einen Ankerplatz für Abenteurer. Angeblich gut geschützt, schöner Strand und und nix los. Also genau unser Ding.  An der Südspitze von Fuerte gibt’s nicht viel mehr als ein paar Fischerhäuser, ein cooler Leuchtturm und sonst Mondlandschaft pur. Hier kann man an klaren Tagen wohl das Ende der Welt sehen. Wir werfen den Anker vor einem schönen Sandstrand. Alles schön und gut, nur: es steht ganz ordentlich Schwell in der Bucht. 100 Meter weiter brechen sich die Wellen am Strand und die Nacht wird etwas unruhig. Wir hatten am Abend den Anker dermaßen in den Boden gerammt, dass er vermutlich auch in einen veritablen Sturm gehalten hätte, trotzdem: wenn die vier Wände die ganze Nacht rollen, die Brecher am Strand lärmen, schläft’s sich nicht so gut. Ok, das meinten der Revierführer wohl mit Abenteuer.

Veröffentlicht in

Teneriffa – Wir kommen!

Die Nacht war ja etwas unruhig, dank des Schwells auf unserem Abenteuer Ankerplatz. Am Morgen haben wir dann mit tiefen Augenringen flugs den Anker aus dem Sand raus gerissen, eingeholt und verstaut. Der Wind weht aus einer seltenen Richtung. Aus Osten. Das soll uns aber sehr recht sein. Mit schönem Rückenwind geht’s um Fuerteventura rum. Unser Ziel ist Teneriffa. Südspitze von Fuerteventura 100 Seemeilen, das bedeutet bei Sonnenaufgang ankommen. Der Wellengang hält sich in angenehmen Grenzen. Die Kids verziehen sich nach dem Mittagessen unter den Cockpittisch und chillen. Segeln macht müde. Irgendwann liegen auch Kathi und Jonathan und pennen. Nur ich hocke auf dem Steuersitz, trinke Kaffe und lese ein spannendes Buch. Luna zieht mit 5 Knoten gemütlich durchs Wasser. Die Crew verpasst, wie wir in 10 Meter Entfernung an einer treibenden Europalette vorbei segeln und der Wind auf die eigentlich übliche Nordost Richtung dreht. Wir kommen gut voran. Kurz vor Sonnenuntergang fangen die Wellen etwas unangenehm zu werden. Julis’ Nase wird grün und sie lässt sich das Mittagessen noch einmal durch den Kopf gehen. Das hindert sie aber in keinster Weise fröhlich weiter zu futtern. Kathi muss auch mit dem Würgen kämpfen. Nur den Jungs geht’s noch ganz gut. Eine 4kg Dorade an unserem Haken. Jetzt beißt auch noch ein Fisch. Kathi zieht heldenhaft das Ungetüm der Tiefsee raus, zerlegt und filetiert unseren Fang. Nach Abendessen ist leider keinem recht  zu mute. Also wandert der Fisch in den Kühlschrank. Als es dunkel ist, krabbeln alle, bis auf mich, dankbar in die Kojen und schlafen ihr Unwohlsein aus. Auch das gehört immer wieder dazu. Seekrankheit trifft die meisten Menschen. Das Gute ist, ist man 2-3 Tage unterwegs, wird’s besser.  Der Wind nimmt etwas zu und Luna will schnell weiter. Da wir aber nicht so gerne mitten in der Nacht ankommen, reduzieren wir die Segel und zuckeln mit 6 Knoten über die steiler werdenden Wellen. Die Welle kommt von der Seite und bricht sich zwischen den Rümpfen. Alle paar Minuten kommt eine vorwitzige Welle und klopft von unten an. Mal mehr, mal weniger. Bei mehr, klingt das so wie ein Kanonenschlag und es vibriert ganz ordentlich. Bei den ersten Malen schaue ich noch raus. Später wächst mein Vertrauen und ich nehme hin, das Luna ein bisschen was abkriegt. Kathi erzählt mir am nächsten Morgen, dass sie bei den harten Schlägen jedes Mal aufgewacht ist. Also wieder nix mit Nachtruhe. Alles nicht so einfach mit der christlichen Seefahrt. Ein paar Meilen vor der Einfahrt in Santa Cruz, funke ich den Controller vom Hafen an und melde uns an. Hier ist ganz ordentlich was los. Überall liegen Ölplattformen vor der Insel herum und es gibt regen Schifffartsverkehr. Ein Frachter meint, das es ok ist, uns fast zu überfahren. Nachdem ich einen Haken schlagen muss (unter Segeln hat man Vorfahrt, die Frachter müssen ausweichen), macht er doch seinen Suchscheinwerfer an, um zu gucken, ob wir schon in seinem Ankergeschirr hängen. Da ist der Kahn schon so nah, dass ich das Weiße im Auge des Kapitäns sehen kann. Capt’n Kathy bringt uns sicher an den Liegeplatz. Marina Santa Cruz – Berge mit Wald drauf! Das haben wir schon seit Juli nicht mehr gehabt. Zum Sonnenaufgang wacht die Crew auf. Die Kinder freuen sich auf den neuen Hafen und die Seekrankheit ist längst vergessen. Wir laufen im goldenen Morgenlicht in den Hafen ein. Kathi zirkelt uns die hinterletzte Ecke des vollen Hafens. Das Spiegeleier-mit-Speck-Frühstück schmeckt allen so richtig. Genau das richtige nach so einer Überfahrt. Die Kids sind schon ganz heiß aufs Entdecken der Insel und ich freue mich schon morgens auf eine lange Nacht mit tiefen Schlaf. Überschäumende Freude

Veröffentlicht in

Video:Dominica

Unser Aufenthalt in Dominica hat uns gut gefallen und beeindruckt. Ein armes Land arg gebeutelt von den Wirbelstürmen und schlechten Regierungen. In keinem Land hier in der Karibik waren die Locals so freundlich wie auf Dominicia.
Wir haben ein kurzes Video zusammengeschnibbelt. Leider ist Videos hochladen eine echte Herausforderung und wir haben lange gebraucht, bis es geklappt hat.
Viel Spaß!

Veröffentlicht in

Hannes allein auf’m Boot

Die Luna Crew hat sich – bis auf mich –  nach Deutschland abgesetzt. Als gute Eltern wollen wir das unsere Kinder natürlich schön alle ihre Us (=Kinderarzt Checks) machen. Dann stehen noch ein paar Impfungen, Besorgungen und Besuche bei Family und Friends auf dem Programm. Kathi fliegt mit den Kids heim. Ich nutze die Zeit nicht nur am Boot zu arbeiten sonder auch an mir ;-). Cooler Friseur der auch Tatoos sticht. Letztes habe ich mir verkniffen. Ich nutze die Zeit, um von morgens bis abends am Boot zu arbeiten. Es glaubt mir immer keiner, aber unsere Reise ist kein Urlaub. Wir haben natürlich immer auch Phasen, wo es etwas ruhiger zu geht, aber ansonsten ist eigentlich immer was tun. Also nix in der Sonne liegen ;-).Die zwei Wochen in denen Kathi mit den Kids unterwegs ist, sind voller Jobs, die sich angesammelt haben. Gut zu sehen, dass es allen Eignern hier in der Marina so geht. Es wird den ganzen Tag gewerkelt, was das Zeug hält. Gut, es gibt ein paar, die lassen arbeiten. Die meisten können sich das schlicht nicht leisten – so wie wir auch nicht. Zerlegen von Winschen (mit denen werden die Segel bedient) ist so eine Arbeit. Sollte alle halbe Jahre gemacht werden. Wie schon in einem früheren Post angedeutet, treffen wir die lustigsten Leute. In Agadir haben wir Ricky kennen gelernt. Texaner, Anfang 60, hat 22 Jahre in Ansbach gearbeitet. Ein schlanker und drahtiger Mann. Er spricht uns in texanischem Deutsch auf unseren Heimathafen an, der an unserem Heck steht (Erlangen). Wir kommen ins Gespräch über Reiserouten, Kinder auf Booten und Boote an sich. Er erzählt, dass er einen Trimaran hat (also ein Boot mit drei Rümpfen) welcher am Ende des Stegs liegt. Am Nachmittag, gehen wir zum Ende des Steges und suchen einen Tri. Finden aber nur ein Kajak. Dann erfahren wir, dass Ricky mit einem Kajak mit zwei Auslegern von der Ostsee nach Agadir gesegelt ist. Das ist sein Trimaran!  Er kommt später dazu und meint, dass sei ein „old Man Kayak“. Er hat in jüngeren Jahren mit einem normalen Kajak schon zweimal den Atlantik von New York über Neufundland, Grönland, Island, Schottland, Norwegen nach Europa paddelnd überquert. Jetzt braucht er etwas mehr Komfort und das ist ein kleines Segel, damit er nicht mehr so viel paddeln muss. Ricky hat ein kleines Zelt auf dem Steg stehen, in dem er schläft. Auf See pennt er auf seiner Ausrüstung liegend.Je mehr er darüber erzählt, wie er vorgeht, was er erlebt hat (Haie unter dem Kajak so groß wie sein Gefährt, 9m Welle und so Kleinigkeiten) um so unglaublicher klingt es. Auch hier gilt mal wieder der Satz, nicht die fettesten Boote machen die größten Reisen. Ricky ist auf dem Weg auf die Kanaren, danach möchte er über die Kapverden weiter in die Karibik.Seine Reise ist zwischen Kathi und mir tagelang Gesprächsthema. Wahnsinn, was möglich ist. Du musst einfach nur Mut, Willen und Entschlossenheit haben. Ok, mit Kajak muss man wohl sehr mutig sein. Zur gleichen Zeit starten hier auf den Kanaren 4 sogenannte Cruising Rallyes über die gleiche Route mit ein paar hundert Booten in Richtung Karibik. Unser Nachbar Gavin hat das sehr treffend auf den Punkt gebracht: „There are a few hundred big sailing yachts leaving for the Carebean. All shiting their pants and he’s going to paddel across in a kayak“.

Veröffentlicht in

Auf der Düne

Eigentlich befinden wir uns gedanklich schon alle in Marokko. Es gibt nur einen der uns da gerade einen Strich durch die Rechnung macht: der Wind. Der bläst schön kräftig, nur leider für uns aus der falschen Richtung. Wir wollen ja raus aus der Strasse von Gibraltar und genau von dort bläst er ordentlich. Dagegen ankreuzen bietet sich in einer so befahrenen Seestraße eher weniger an. Kurzerhand haben wir uns also mal wieder ein Auto gemietet. Der Plan ist, dass immer einer von uns am Boot arbeitet, Oma oder Opa auf Joni aufpassen und der Rest der Crew einen Ausflug macht. Gestern standen die Burg in Tarifa und die Sanddüne von Bolonia auf dem Programm. Alles ganz nach dem Geschmack der Kinder. Am meisten beeindruckt die Kinder wie schwer eine Ritterrüstung ist. Felix und Juli hängen sich mit aller Kraft an das Seil, an dessen Ende eine komplette Rüstung hängt. Erst als die Oma hilft, bewegt sich der Sack ordentlich in die Höhe.  Auch der Ausblick von der Burg ist sehr schön. Im Anschluss geht es zur Düne von Bolonia.  Einen Schritt rauf laufen und gleich einen halben wieder runter rutschen. Felix läuft tapfer bis ganz oben. Er will seine Muckis trainieren. Juli überlegt sich kurz unterhalb des „Gipfels“, dass sie lieber im Sand buddeln möchte.  Juli beim Buddeln und Kraft tanken. Felix ganz oben auf der Düne.​Der erwartete wunderschöne Ausblick auf den Atlantik von der Spitze der Düne hat sich als Blick in einen Pinienwald entpuppt. Macht nix, der größte Spass war eh das Hoch- und Runterlaufen.

Veröffentlicht in

Doktorspiele

Wenn wir erzählen, was wir 2 Jahre segeln gehen wollen, ist eine der ersten Fragen: Was ist, wenn dir was passiert auf hoher See? Das beschäftigt uns auch schon seit einigen Monaten. Neben einem randvollen Impfausweis aller Crew Mitglieder, einer großen Tasche voller Medikament und Hilfsmittel und einem Satellitentelefon haben wir uns eine Menge interessanter Dinge beibringen lassen. Das wohl unangenehmste (zumindest für mich) war Infusionen legen. Dank unserer Nachbarin und Notärztin Susi, können wir nun Zugänge in die Venen des anderen legen. Gar nicht so einfach, die Vene zu treffen. Nach dem dritten Anlauf war die Nadel in der Vene. Kathi hat zudem noch einen Medizin auf See Kurs belegt, wo sie Nähen, Intubieren und allerlei anderer blutiger Techniken gelernt hat.Hoffentlich brauchen wir nichts davon!

(function(jQuery) {
function init() { wSlideshow.render({elementID:“521964957221088945″,nav:“none“,navLocation:“bottom“,captionLocation:“bottom“,transition:“fade“,autoplay:“1″,speed:“5″,aspectRatio:“auto“,showControls:“true“,randomStart:“false“,images:[{„url“:“1/0/0/7/100722660/img-9796.jpg“,“width“:“400″,“height“:“300″},{„url“:“1/0/0/7/100722660/img-9792.jpg“,“width“:“400″,“height“:“533″},{„url“:“1/0/0/7/100722660/img-9791.jpg“,“width“:“400″,“height“:“300″,“caption“:“Schweinpfoten zum Nähen“}]}) }
jQuery(document).ready(init);
})(window.jQuery)

Veröffentlicht in

Der Mann und die Frau sind zu Besuch

Vielleicht fragt Ihr euch ja, was wir die ganze Zeit zwischen Porto Heli und dem Medicane gemacht haben. Wir hatten Besuch von Julia und Bernd und haben die Finger der Peloponnes gemeinsam erkundet. Julia und Bernd hatten wir gesagt, dass wir zu den Inseln fahren werden. So war auch unser ursprünglicher Plan. ​Als sie dann angekommen waren, haben wir von unseren Planänderungen berichtet. Wir haben von einigen Leuten den Tipp bekommen, dass es auf der Peloponnes weitere wunderschöne Orte und Landschaften gibt. Es ist hier auch etwas ruhiger, da es kaum Charterboote gibt; die sind hauptsächlich auf den Inseln. Da es schon September war und die Zeit in Griechenland sich langsam dem Ende zuneigte, haben wir beschlossen, die Finger der Peloponnes entlang zu fahren. Julia und Bernd sind dankenswerter Weise sehr flexibel und freuen sich auch über die neuen Reisepläne.Neben weiteren schönen Stränden, warten nette Orte und tolle Berglandschaften auf uns. Wir ankern in Gerakas, einem Naturhafen mit großer Lagune. Dort gibt es ein kleines Fischerdorf mit ein paar Tavernen. Die Tavernenbesitzer haben eigene Fischerboote und bieten die frisch gefangenen Fische an. Wir probieren Oktopus und einige lokale Spezialitäten. Abends bei einem Bier stellen wir fest, dass hier ein netter Ort wäre um ein Buch zu schreiben. Die große Julia, Felix und die kleine Julia begutachten die Oktopus Teile, die vor dem Restaurant zum Trocknen aufgehängt sind. Monemvasia ist ein Ort ein Stück weiter mit einer kleinen Altstadt auf einem Felsen direkt an der Küste. Kleine, engen Strassen führen durch die Altstadt. Wir beobachten eine griechische Hochzeit. Während das Brautpaar in der Kirche gerade getraut wird, befindet sich ein Großteil der Hochzeitsgesellschaft in den umliegenden Cafés und genießt einen Drink. Die Luna vor dem Felsen von Monemvasia Die engen Gassen von Monemvasia sind voller Cafés und kleiner Souvenir Läden. Wir kommen an weiteren kleinen Orten, schönen Buchten und rauen Berglandschaften vorbei. Es ist spannend, wie unterschiedlich die Vegetation der einzelnen Finger vom Boot aus doch aussieht. Während es rund um Porto Heli recht grün ist, wird die Landschaft Richtung Kalamata etwas rauer und auch trockener. Die Berghänge sehen dort eher braun als grün aus.  Unter einem der Berge befindet sich eine große Tropfsteinhöhle, die wir per Boot erkunden. Die tollen Eindrücke in der Höhle werden ein wenig von wirklich unfreundlichen Angestellten überschattet. Der Herr, der uns durch die Höhle paddelt, hat es offensichtlich sehr eilig und auch Fragen stellen ist nicht erwünscht. Dennoch ist die Höhle auf jeden Fall einen Besuch wert gewesen. Und es bleibt auch das einzige Mal in Griechenland, dass wir solche Erfahrungen machen.  Bernd und Joni beim Chillen. Jeder auf seine Weise. In Kalamata gehen Julia und Bernd von Bord. Wir erkunden erst noch gemeinsam die Stadt. Während alle kleineren Städte zuvor wirklich sehr nett waren; gefällt uns das Stadtbild von Kalamata nicht ganz so gut. Nur der Bauernmarkt ist super. Wir kaufen große Mengen frisches Obst und Gemüse und natürlich einige Kalamata Oliven. Auch seglerisch hat sie Zeit einiges zu bieten. Von ruhigem Meer und motoren bis ordentlich Wind, Welle und schönes Segeln haben wir alles erlebt. Die Reise hat sich gelohnt; es war schön mit Julia und Bernd an Bord. Die beiden nehmen nicht nur neue Eindrücke mit nach Hause, sondern auch neue Spitznamen. Joni hat die beiden konsequent mit „der Mann“ und „die Frau“ angesprochen. 

Veröffentlicht in

Luna im Orkan

Luna im OrkanEs ist nun Ende September und die Zeit ist gekommen langsam nach Sizilien aufzubrechen. Die Wettervorhersage war auch sehr vielversprechend, so dass wir schon über’s losfahren nachgedacht haben. Dann hat sich in Windy (unser Wettervorhersage Programm) so langsam ein kleiner und dann ein immer stärkerer  werdender erster Herbststurm gezeigt. Als die Vorhersage dann fast 50 Knoten Wind in der Böe meldet, beschließen wir wieder zurück nach Kalamata zu fahren und das ganze sicher vertäut im Hafen abzuwarten.Schon bei der Ankunft weht es ordentlich und wir schaukeln zwischen den Wellenbrechern in die enge Hafeneinfahrt hinein. Ich bin sehr froh als alle Leinen festgemacht sind und wir unseren traditionellen Anleger (Saft und Nüsse) feiern. Die Wettervorhersage behält recht und der Wind pfeift uns zwei Tage ordentlich um die Ohren. In der Marina herrscht munteres Treiben, da viele Boote nur sehr lose befestigt sind. Kalamata ist bisher von schweren Stürmen verschont geblieben. Die Marineros flitzen also Tag und Nacht durch die Marina und kümmern sich um die Festmacher und Fender. Bis dahin ist bei uns alles sicher. Wir verlieren nur Felix’ Flip Flops, die der Wind ins Meer hinaus pustet. Schaut aus wie ein Hurrikan. Hat auch viele Ähnlichkeiten. Etwas kurzlebiger und nicht ganz so groß im Durchmesser. Gibt’s nur alle paar Jahre. Was dann kommt, trifft uns heftiger als erwartet. Wir beobachten seit Tagen den Wirbelsturm, der zwischen Sizilien und Griechenland über das Mittelmeer wandert. Samstag Morgen ist es dann kein kleiner Wirbelsturm mehr, sondern ein ausgewachsener Wirbel, der immer näher auf den Peloponnes zukommt.  Wir lernen, dass es ein sogenannter Medicane ist, das Äquivalent zu einem tropischen Hurricane. Griechenland hat mittlerweile den Katastrophenalarm ausgelöst. Kein Schiff darf mehr den Hafen verlassen. Alle Fähren stehen still und der Flugverkehr wird auch eingestellt. Die ersten Gebiete, in denen „Sorbas“ einschlägt werden am heftigsten getroffen – hier geht’s gleich in den Notstand über. Hier hat der Sturm noch seine volle Power. Wir sind in Kalamata immerhin hinter einem Bergrücken und hoffen auf die Wellenbrecher. Bei 60 Knoten ein paar Minuten später hatte ich keine Nerven mehr zum fotografieren. Der Wind steht noch bei 40 Knoten (Windstärke 8). Alles ok, soweit. Die Wellen sind schon sehr amtlich draußen und ab und zu kommt Gischt über die hohen Wellenbrechern.Hannes geht schnell noch was einkaufen. Als er wieder vorm Boot steht, haben wir große Schwierigkeiten die Einkäufe und Hannes aufs Boot zu bekommen. Hannes springt vom Steg auf die Luna. Mitten im Flug macht Luna einen Bocksprung nach oben. Er reißt kurz vor seiner Landung die Knie hoch und kann gerade noch sicher landen.  Danach ist an Boot verlassen gar nicht mehr zu denken. Der Wind nimmt immer mehr zu und wir messen 60 Knoten. Das ist Orkan. Der Wind kreischt in den Aufbauten, die Wellen donnern gegen die Wellenbrecher und unsere Leinen rucken und knarzen das einem Angst und Bange wird. Wind und Welle sieht auf Bildern immer lahm aus. Die Wellen drücken gewaltige Wassermassen in den Hafen, die dann ein paar Sekunden später wieder raus wollen. Dieser Sog der sich unter den Betonstegen, an denen wir festgemacht haben bildet, zieht alle Boote im Hafen wild hin und her. Wer hier reinfällt, hat schlechte Karten. Der Sog ist gewaltig.Das Leben an Bord wird ungewohnt anstrengend. Durch das heftige Geschaukel und Gerucke ist es kaum möglich sich auf den Beinen zu halten. Der Regen prasselt herab, wir können kein Fenster aufmachen, der Wind peitscht den Regen in alle offenen Fenster. Wir hatten Luna festgemacht wie in einem Spinnennetz. In alle Richtungen hatten wir Leinen gesetzt. Der Marinero hatte vor 2 Tagen noch gegrinst, ob der vielen Festmacher und Mooringleinen. Wir finden, viel hilft viel. Das Auge des Sturms zieht mit ein paar Kilometer Entfernung an uns vorbei.  Der Steg hat am meisten abbekommen. Die Kante hat der Anker unseren Nachbar Bootes ordentlich traktiert. Gegen Abend hat der Spuk dann endlich ein Ende. Der Steg hinter uns ist beschädigt und bröckelt an allen Ecken und Enden. Wir sind glimpflich davon gekommen. Unsere Leinen sehen etwas dünner aus und haben ein paar Scheuerstellen. Wir vermissen ein weiteres Schuhpaar von Felix, dass der Sturm an sich genommen hat. Am nächsten Morgen ist großes Aufräumen in der Marina angesagt. Wir laufen durch die vom Sturm gerupften Boote und finden doch tatsächlich Felix Schuhe wieder. In der Marina gab’s keine großen Schäden, was die rastlosen Marineros verhindert haben. Eine interessante Erfahrung, aber nichts was wir noch mal brauchen. Am nächsten Morgen ist Aufräumen angesagt

Veröffentlicht in

Bäckereiführung

Einen Tag nach dem Medicane verlassen wir bei ruhiger See und wenig Wind den Hafen und segeln mit Unterstützung eines Motors nach Koroni. Ein nettes, kleines Örtchen am letzten Finger der Peloponnes. Von hier aus wollen wir morgen Früh Richtung Sizilien aufbrechen.  Blick von der Burg nach Koroni Wir wandern durch die kleinen Strassen und erkunden eine alte, sehr verfallene Burg. Der gesamte Burghügel ist mit Olivenbäumen bewachsen und der Blick aufs Meer ist sehr schön. Wanderung zwischen den alten Burgmauern durch die Olivenhaine Felix und Julia erkunden vor allem die Schnecken und Tausendfüssler, die wir dort finden. Diese Schnecke begleitet uns fast den ganzen Weg. Sie soll unbedingt Blüten oder Blätter fressen. Kurz bevor wir wieder zur Luna zurückfahren, können wir Felix doch noch überzeugen, dass die Schnecke nicht mit nach Sizilien muss. Wieder zurück in der Stadt finden wir in einer engen Seitenstraße eine kleine unscheinbare Bäckerei. Die Bäckerin ist sofort begeistert, drei so blonde Kinder zu sehen. Sie holt den Bäcker, der sich Felix und Julia gleich schnappt und mitnimmt in die Backstube. Dort riechen die beiden sich durch alle Gewürze und Zutaten des Bäckers und dürfen allerhand befühlen und probieren. Wie riecht Oregano? Und wie fühlt er sich an? Zuletzt holt der Bäcker sogar noch sein Backtriebmittel. Hier dürfen die Kinder mit ein bisschen Abstand daran riechen. Felix und Julia stellen fest, dass es pur nicht gut riecht. Danach wird der große Steinbackofen genau inspiziert und nacheinander alles rausgeholt und genau angeschaut, was dort gerade gebacken wird.  Im Backofen sind lecker aussehende Hefezöpfe und Schoko Hörnchen Eigentlich wollten wir nur ein Brot kaufen; am Ende verlassen wir den Laden mit zwei Broten, süßem Gebäck und Käsestangen zur Brotzeit, weil alles so lecker aussieht.  Ein sehr schöner Abschluss unseres Griechenland Aufenthaltes.

Veröffentlicht in

wie war die Alhambra?

Die letzten Tage waren erwartungsgemäß anstrengend. Julia hat sich bei Jonathan mit dem 3 Tagesfieber angesteckt und ich war 2 Tage abgemeldet in der „Maschienenhöhle“ beim Inverter einbauen. Wir hatten beide so unser Päckchen zu tragen. Kathi mit der kranken Juli und den beide anderen Kids und ich in dem engen, stickigen und heißen Motorraum. Ich erspare euch jetzt die Einzelheiten (Juli Fieber, ich verdrehte Gräten). Jetzt ist wieder alles „todo bien“ wie die Spanier sagen. Alle wieder fit und der Inverter tut was er soll Auf dem Weg an die Baustelle. Da wo das Licht brennt, spielt die Musik. Also haben wir gleich die Gelegenheit genutzt und uns ein Auto ausgeliehen. Das Auto ist in seinem normalen Leben ein Taxi und schon arg mitgenommen aber für uns 5 ok. Heute morgen haben wir dann alle Kinder eingeladen, Kinderwagen drauf und ein bissl was zu essen und schon ging’s los Richtung Granada. Durch die Plastikfelder von Andalusien. Wir sind bestimmt 45 Minuten nur an in Plastik eingepackten Feldern, Hängen, Bergen und Gewächshäusern vorbei gefahren. Fluch oder Segen? Wir sind uns nicht sicher, was wir davon halten sollen. Nach 90 Minuten waren wir in Granada. Eine tolle Stadt voller Geschichte und viel Flair. Wir haben es sehr genossen durch die engen Gassen zu laufen und die Atmosphäre dieser alten Stadt zu spüren. ​ Wie fanden wir die Alhambra? Keine Ahnung. Wir waren nicht da! Wir haben uns dran gewöhnt, dass unser Reise- und Anschautempo sehr langsam geworden ist. Wir haben mehr Spaß, wenn für die gesamte Crew was dabei ist. Die Alhambra haben wir zwar nicht gesehen, aber alle waren auf dem Heimweg der Meinung, dass das ein klasse Landausflug war. Highlight für die Kinder war nicht die Alhambra sondern dieser Trinkbrunnen. Weiterer Höhepunkt aus Sicht der Kinder: Surfen auf dem glatten Boden. Papa gibt das Zugpferd. Mitten in Granada klingelt unser Telefon. Unsere Freunde aus Cartagena stehen an unserem Boot und wollten uns überraschen. Antonio und Yolanda sind 2,5 Stunden im Auto gesessen, nur um uns noch einmal zu sehen. Und wir sind nicht da. Wir sind gerührt aber auch traurig, dass wir ausgerechnet heute einmal nicht da sind.  Sie haben den von den Kindern heißbeliebten Saft dabei und Geschenke für die Kids.Hoffentlich klappt’s beim nächsten Mal. ​