Autor: Hannes
Video: Luna Crew ohne Luna in Marokko
Kleine Rückblende in den März. Wir brauchen dringend etwas Wärme. Auch der sizilianische Winter wird uns langsam zu lang. Billig Airlines sei Dank fliegen wir für kleines Geld alle fünf nach Marokko. Hier hatte es uns 2017 mit der Luna so gut gefallen. Damals hatten wir es weder ins Atlas Gebirge noch in die Sahara geschafft. Das haben wir nun nachgeholt. Wir können nur sagen: Es lohnt sich.
Von Sizilien nach Sardinien
Ganz schön ungewohnt wieder auf dem Wasser. Wir hatten uns daran gewöhnt immer eine feste Verbindung zum Land bzw. zum Steg zu haben. So waren wir doch wieder ein bisschen aufgeregt als wir die Leinen in Licata gelöst haben. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir von all unseren Freunden, die wir in Sizilien gewonnen haben, Abschied genommen. Wir werden die Zeit in Licata in sehr schöner Erinnerung behalten, besonders die Herzlichkeit der Sizilianer und das gute Essen. Felix hat bei der Ausfahrt aus dem Hafen kräftig in seine Bahamas Conch Muschel geblasen, so dass auch wirklich alle wussten, dass wir abfahren. Wieder auf dem Meer mussten wir dann erst mal alle schlafen, um wieder Seebeine zu bekommen. Ganz schön wackelig alles wenn man das ruhige Hafenwasser gewohnt ist. Da keiner lange unter Deck wollte (ausser Joni unser Leichtmatrose), haben wir also zwei Tage von Pestonudeln und Brot gelebt. Kulinarisch gegenüber Sizilien ein kleiner Abstieg 🙂 Kurz vor Sardinien sind wir dann von einigen großen Delfinen begrüßt worden, die uns eine Weile begleitet haben. In solchen magischen Momenten wird einem die Schönheit des Meeres immer besonders bewusst. Jetzt liegen wir an der Südspitze von Sardinien in einer kleinen Bucht und warten auf guten Wind. Das Ziel ist ja Frankreich und da müssen wir gegen den vorherrschenden Wind (Mistral) ansegeln. Jeder der schon mal den Mistral erlebt hat, weiß, dass dagegen anfahren keine so gute Idee ist. Also abwarten, Teetrinken und Bucht genießen. It’s a hard life :-).
Es geht wieder weiter
Was haben wir die letzten Wochen so auf der Luna gemacht? Warum war es so still bei uns auf dem Blog? Bestimmt sind wir faul in der Sonne gelegen, haben uns den Bauch voll geschlagen und ab und zu ein Städtchen angeschaut. Genau so war das nicht. Seit Wochen haben wir mit Hochdruck am Boot gearbeitet und unsere Weiterfahrt vorbereitet. Wir haben geschliffen, lackiert, Motoren und Wassermacher gewartet, geschraubt, geputzt, poliert und genäht was das Zeug hielt.Letzte Woche war es dann endlich soweit und wir haben die Leinen in Sizilien gelöst um Richtung Sardinien zu fahren. Bis Mitte Mai wollen wir in Frankreich ankommen. Dort stellen wir unsere liebe Luna an Land und suchen ihr einen neuen Eigner. Wir kehren zurück nach Deutschland. Dann fängt für uns ein neuer, aufregender Abschnitt an. Felix geht zu Schule, Juli und Jonathan kommen in den Kindergarten.Erst mal gibt es aber noch ein paar Storys auf unserer Seite; noch ist die Reise ja nicht vorbei. Stay tuned. Wassertemperatur 12°, Hafenwasser in das 100 Leute rein k***en. Mhm. Das Lächeln fällt mir nicht leicht. Saildrive Kühlwasseröffnungen frei machen. Man, habe ich mich da ins Büro zurückgewünscht. Kathi beim Lackieren.
Flashback: Video zur Atlantiküberquerung Nassau –> Cadiz
Durch den Kanal
Wir bleiben noch einen Tag in der Bucht. Ich versuche mein Ungeschick mit dem Prop des Außenborders mit der Tauchflasche ungeschehen zu machen, scheitere aber krachend an der Wassertiefe, Größe des Suchgebietes und letztlich am Füllstand der Tauchflasche.Die Wettervorhersage seuselt uns ins Ohr, dass es leichte, achterliche Winde Richtung Korinth geben soll. Dort wollen wir unsere Freunde Tobi und Anna aufgabeln und dann durch den Kanal von Korinth fahren. Leichte, achterliche Winde? Genau unser Ding. Wir entscheiden uns Abends – wenn die Kids schlafen – los zufahren und Mittags anzukommen. Spätestens als wir die Bucht verlassen, merken wir, dass bei der Vorhersage was nicht stimmt. Der Wind kommt von vorne und leicht ist er auch nicht. Wir kreuzen gegen den Wind. Der wird immer kräftiger und es beginnt nicht ein lauer-Abend-Törn zu werden, sondern es sieht eher nach stark-Wind-von-Vorne-und-Gischt-kommt-über aus.Luna kämpft sich die ganz Nacht tapfer voran. Der Wind dreht alle paar Stunden, so dass wir kurz tatsächlich achterliche Winde haben. Ich checke in meiner Wache regelmäßig unsere treue Wetter Website windy.com. Dort glauben die Meterolgen immer noch an leichte Winde aus der richtigen Richtung. Am Morgen stehen wir dann kurz vor Korinth und bekommen es noch mal richtig ab. Der Windanzeiger geht Richtung 30 Knoten später auch auf 40 knoten – Windstärke 8 immerhin. Mittags kommen wir dann etwas zerzaust in dem Hafen an. Wir alle freuen uns auf einen schönen Anleger (kaltes Getränk und ein paar Knabbersachen) und eine ruhige Nacht ohne Wind und Welle. Bei der Einfahrt in den Hafen rutscht uns das Herz in die Hose. Die paar Boote, die an der rauen Betonwand liegen, machen Bewegungen wie Schaukelpferde. Der Wind schickt seine Welle um die Kurve ins Hafenbecken rein. Es gibt keine ordentlichen Poller zum festmachen. Der Hafen ist verlassen und vergessen. Alles ist kaputt. In unserer Verzweiflung zimmern wir unsere Luna in eine Lücke rein und benutzen unsere längsten Leinen, um an obskuren Strukturen im Hafen festzumachen. Ich traue mich nicht mehr an Bord, so heftig wird Luna immer wieder an die Wand geworfen. Noch halten unsere Fender Luna von der rauen Betonwand ab. Nach ein paar Minuten, legen wir wieder hastig ab. Das ist uns zu heiß hier. Anna und Tobi sitzen noch im Bus und sind erst in einer Stunde in Korinth. Da bleiben wir lieber noch auf See. Wir fahren draußen hin und her und warten auf bessere Zeiten. Als die beiden im Hafen sind, erklären wir ihnen per Handy was sie tun müssen. Kathi fährt nahe an die raue Hafenwand ran. Ich springe mit einem Seil in der Hand über, drücke es Tobi in die Hand („mach’s irgendwo fest!“) und schiebe die verdutze Anna auf die Luna. Dann husch, husch noch die Taschen und Tüten über die Reling geworfen, Tobi mit samt der Leine eingesackt und zurück auf See. Vielleicht nicht der entspannteste Start in ihren Urlaub aber anders ging’s einfach nicht. Anna und Tobi sind endlich da Wir melden uns beim Kanal von Korinth per Funk an und bitten um Durchfahrtserlaubnis. Der Controller hat Mitleid mit uns und lässt uns im inneren Hafenbecken warten. Hier steht zwar immer noch ein sehr amtlicher Wind aber dafür keine Welle mehr. Endlich kommen wir zu unserem Anleger (heilige Tradition auf der Luna) und können Hallo zu unseren Besuchern sagen. Eine erholsame Stunde später, bekommen wir per Funk Anweisung, hinter einem Passagierschiff in den Kanal einzufahren. Jungs im Kanal happy Mädels auch Der Kanal von Korinth ist ein weiterer Ort von dem wir immer geträumt haben. Er ist nur 25 Meter breit und ist tief in den Stein gehauen. Wir müssen den Kopf in den Nacken legen, um den Himmel über uns zu sehen. Hier unten herrscht eine angenehme Kühle und der Wind ist weg. Die Kinder holen ihre Trompeten-Conch raus uns testen die Akustik. Wild trötend fahren wir so dahin. Ein toller Ort und definitiv ein Erlebnis hier durchfahren zu dürfen. Nach 20 Minuten sind wir auf der anderen Seite des Peloponnes und ankern neben der Einfahrt. Auf der Seite weht kein Lüftchen und wir fallen wie die Toten in die Kojen. Endlich da
Eure fragen – Unsere Antworten
Seit wir wieder zurück sind, werden wir immer wieder auf unsere Reise angesprochen. Ich habe versucht, die wichtigsten Fragen und Antworten aufzuschreiben.Seid ihr reich?Ja! Reich an tollen Erinnerungen. Wir sind leider nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden und für einen Banküberfall sind wir nicht mutig genug. Wenn wir uns in einer Schublade legen müssten, würde vermutlich „Angestellte, normale deutsche Mittelschicht“ darauf stehen. Also nix reich.Wie habt ihr das bezahlt? Was kostet so eine Reise?Um die Reise bezahlen zu können, haben wir jahrelang gespart. Also versucht mehr einzunehmen als auszugeben. Eine Reise mit Segelboot ist für viele ein erfüllbarer Traum. Es gibt zwei Kostenblöcke: Das Boot und das Leben auf dem Boot.Boot: Wir haben Boote getroffen, die vielleicht 15.000 € gekostet haben. Allerdings auch welche, mit ein paar Nullen mehr. Im Schnitt würde ich schätzen, dass die Boote auf den Ankerplätzen der Welt vielleicht zwischen 100.000€ und 300.000 € kosten. Mit Ausreißern nach oben und unten. Wir lagen da eher im unteren mittleren Bereich. Das Boot verkaufen wir wieder, so dass ein Teil des Kaufpreises wieder rein kommt.Leben: Das ist erstaunlich günstig, wenn man nicht jede Woche essen geht oder wie ein Tourist lebt. Wir sind als fünf köpfige Familie mit unter 1000€ pro Monat klar gekommen. Auch hier ist natürlich der Spielraum groß. Es gibt Länder, wo das Leben sehr günstig ist und Plätze wo das nicht so ist. Wir haben immer dort eingekauft, wo das Leben billig ist und nur ein paar frische Sachen in den teuren Ländern vor Ort nachgekauft. Ankern kostet nichts, Häfen sind meistens teuer, die haben wir gemieden so weit möglich.Warum habt ihr das gemacht?Als Familie 2 Jahre zusammen die Welt entdecken und Zeit zusammen zu verbringen, war unsere Idee. Das Leben im Leben wollten wir führen. Mit definiertem Start und auch wieder Endpunkt. Wir fühlen uns in Deutschland nach wie vor wohl und leben gerne in unserer Heimat. Der Plan war, unseren Kids zu zeigen, dass es woanders auch schön ist, wir zu Hause aber auch ein gutes Leben haben und dankbar sein können.Warum mit einem Segelboot? Den Gedanke unterwegs zu sein und trotzdem im eigenen Bett schlafen zu können, fanden wir bestechend. Die Kinder fanden eher den Aspekt Lego-kommt-mit nicht ganz ohne. All das geht mit einem Boot. Außerdem kommt man an Orte, die mit anderen Transportmitteln nur schwer zu erreichen sind.Wo war es am schönsten?Schwierige Frage: Wenn ich nur einen Ort nennen dürfte, wären das die Bahamas. Unglaublich klares Wasser (wir konnten im Mondlicht auf den Meeresgrund schauen), weiße Strände (da sieht der Bacardi Strand wie eine Bausandgrube dagegen aus), spannende Unterwasserwelt (Fische, Korallen, Wracks, Drogenflugzeuge) und tausende kleine Inseln zum Entdecken.Gute gefallen hat es uns aber an sehr vielen Plätzen. Spanien – beste Stimmung, Marokko – freundliche, ehrliche Menschen, Dominica – positivste Einstellung der Locals, Sint Maarten – toller Flughafen direkt am Strand, Dominikanische Republik – entspannte Einwohner, Azoren – grandiose Landschaft, Stromboli – ein spuckender Vulkan im Meer, unglaublich, Griechenland – viel Kultur nach all dem Strand, Sizilien – Essen & freundliche Locals.Was war das schönste Erlebnis?Kathi: Angeln auf dem AtlantikHannes: Jedes Mal: Ankommen nach ein paar Tagen auf SeeFelix: Wale in der Dominikanischen Republik sehenJulia: Im Wasser planschen (überall)Jonathan: Beiboot fahrenWas war euer schlimmstes Erlebnis?Mehrere Tage Flaute auf der Atlantik Überquerung! Der Atlantik war platt wie der Dechsendorfer Weiher und nix ging vorwärts. Das war im Dezember 2017 und dank der Flaute drohte ein Weihnachtsfest auf See. Da hing der Bootssegen ziemlich schief und eine Meuterei stand kurz bevor. Irgendwann hat sich Neptun ein Herz gefasst und wieder ordentlichen Passatwind geschickt. Dank Neptun kamen wir kurz vor Weihnachten in Martinique an und konnten karibische Weihnachten feiern. Da waren dann alle Strapazen ganz schnell vergessen.Wie alt sind eure Kids?Als wir los gefahren sind war Jonathan 7 Monate, Julia 3 Jahre und Felix 5 Jahre.War den Kindern langweilig auf den langen Strecken? Wie oft haben die Kinder „wann sind wir endlich da?“ gefragtNein, den Kids war nicht langweilig. Wir hatten genug Spielsachen, Bücher und Lego dabei. Auf den langen Strecken haben wir immer geangelt, was für viel Spannung gesorgt hat. Die berüchtigte Frage nach dem Ankommen kam in zwei Jahren hauptsächlich an Land, wenn wir mal einen Mietwagen hatten – dann aber sehr regelmäßig.Hattet ihr nicht Angst um eure Kinder?Wir haben das Boot und uns sehr sorgfältig vorbereitet. Unsere Kinder waren auf See angeleint, hatten gute Rettungswesten an und wir hatten unser Boot eingezäunt mit einem Netz. Es gab auf See keine einzige Situation, wo wir Angst um die Kids hatten. Das Landleben mit den vielen Autos und Straßen erschien uns oft gefährlicher. Was war eure längste Zeit auf See?Die Atlantik Überquerung mit 24 Tagen ohne Land in Sicht.Habt ihr bei der Atlantiküberquerung dann abends auf dem Atlantik geankert?Nee, das geht nicht. Der Atlantik ist ja zum Teil viele tausend Meter tief. Da langt unsere Ankerkette bei weitem nicht. Wir sind Tag und Nacht gesegelt. Einer war immer wach und hat sich um das Boot, das Wetter und den Verkehr um uns herum gekümmert. Alle 3 Stunden war dann der andere dran. Wir waren überrascht, mit wie wenig Schlaf wir so auskommen – wenn’s nicht anders geht;-).Wie war das als Familie 2 Jahre so eng zusammen zu sein?Toll! Endlich mal Zeit zu haben, war der ultimative Luxus. Die emotionalen Höhen und Tiefen sind allerdings auch höher (und damit auch tiefer) und liegen sehr viel enger beisammen. Unterm Strich haben die Höhen bei weitem überwogen. Trotzdem: Man muss sich schon sehr mögen, bei so einer Reise, aus dem Weg gehen ist nicht….Habt ihr Piraten gesehen?Nein, glücklicherweise nicht. Wir haben alle Regionen gemieden, wo es diese sehr reale Gefahr gibt. Deshalb konnten wir auch nicht nach Venezuela, Brasilien und Teile von Afrika fahren. Habt ihr Haie gesehen?Oh ja, viele. Unter anderem auf dem Atlantik einen richtig großen. Er hat sich dann auch gleich den Fisch geschnappt, den wir gerade an der Angel hatten. Leider auch die Angel gleich mit.Wale?In der Dom. Rep und auf dem Atlantik. Tolle Tiere. Allerdings war der Skipper immer ganz froh, wenn sie nicht zu nahe gekommen sind. Auf einem Plastikboot (was die meisten Segelboote ja sind) einem Wale zu nahen zu kommen, war einer meiner persönlichen Horrorvorstellungen.Wie habt ihr das mit dem Angeln gemacht?Einfach eine Hochsee-Angelleine mit einem Köder hinter uns hergezogen. Auf dem Atlantik hatten wir fast täglich Fische dran. Oft so groß, dass wir es nicht geschafft haben die Viecher ins Boot zu ziehen bevor sie sich vom Haken losgemacht hatten. Unsere beiden Fischer waren Kathi und Felix. Hannes hat sich hier dezent zurück gehalten.Wie ist es wieder in Deutschland zu sein?Wir sind gerne zurück, schon wieder gut integriert und freuen uns wieder Familie und Freunde in der Nähe zu haben.Könnt ihr jemals wieder ins Arbeitsleben zurückfinden?Ja, das war nicht schwer. Wir sind ja nicht geflohen sondern nur für 2 Jahre weg gewesen. Im schönen November werden wir vielleicht schon ein paar Mal an die die sonnige Karibik denken. Was hättet ihr bei einem medizinischen Notfall gemacht?Wir waren auf so ziemlich jeden Notfall vorbereitet. Befreundete Ärzte haben uns intensiv beraten und uns lustige Sachen beigebracht, wie Infusionen legen und so. Wir hatten Berge von Medikamente dabei und Telefonnummern die wir im Notfall hätten anrufen können. Nur: So seine Reise ist eine ziemlich gesunde Sache. Wir hatten nur einmal eine tropische Hautkrankheit. So gesund waren wir noch nie! Sehr zu empfehlen.Seid ihr seekrank geworden?Die Damen des Bootes wurden manchmal grün um die Nase und haben auch ab und zu Neptun Opfer dargebracht. Wir Jungs waren erstaunlich seefest und hatten keine Probleme. Seekrankheit vergeht glücklicherweise nach 1-2 Tagen und es stellen sich die Seebeine ein. Doch bis dahin kann der Weg je nach Wetter und Wellengang steinig sein. Daher gut zu wissen, wie die Phasen der Seekrankheit verlaufen:1) Du denkst du stirbst2) Du willst nur noch sterben und die schlimmste Phase:3) Du willst sterben und merkst: du wirst nicht sterben. Vor Anker auf den Bahamas. Wir sind der Katamaran in der Mitte.
Athen und im Amphitheater
Die Buchten rund um Porto Heli kennen wir inzwischen sehr gut. Jetzt wollen wir das Land noch ein wenig erkunden. Mit unserem kleinen Mietwagen düsen wir erst mal nach Athen. Wir lesen im Internet, dass man einfach mitten ins Zentrum fahren soll und am Fuße der Akropolis kostenlos parken kann. Mit etwas mulmigen Gefühl nähern wir uns Athen. Wir vermuten viel Verkehr und chaotische Straßen. Ob es tatsächlich Parkplätze gibt, ist auch unklar. Es erweist sich alles als sehr einfach. Gemütlich stellen wir das Auto in der Nähe der Akropolis ab und machen uns auf den Weg.In der brütenden Mittagshitze besteigen wir die Akropolis. Die Kinder erfreuen sich vor allem an den tollen Kletterbäumen. Wir sind beeindruckt von der Größe der Gebäude und der Vorstellung, wie diese vor so langer Zeit entstanden sind. Nachdem wir ausgiebig alles erkundet haben, beschwert sich Felix lautstark, dass er nun endlich ins Museum möchte und sich dort alles ansehen möchte. So werden wir zum Gespräch einer deutschen Reisegruppe, die mit Ihrer Verwunderung darüber, dass ein Junge in Felix Alter ins Museum möchte, nicht hinterm Berg halten können. Das beste im Museum ist ein riesiger Nachbau der Akropolis aus Lego mit Szenen von damals und heute. Die Kinder wollen gar nicht mehr weg und alle anderen Exponate sind plötzlich vollkommen uninteressant. Auch das Amphitheater in Epidauros, das wir am nächsten Tag erkunden, ist sehr beeindruckend. Lässt man in der Mitte auf der Bühne eine Münze fallen oder klatscht man in die Hände, so ist es bis in die letzte Reihe klar und deutlich zu hören. Wir haben alle großen Spass beim Austesten.
Der Aetna spukt und wir hauen uns den Bauch voll
Vorab: Hier alles gut. Der Etna ist weit weg. Wir bekommen nichts vom Aetna mit. Kein Rauch, keine Lava und auch keine Erdstöße. Am 25. Dezember sind wir von unseren sizilianischen Freunden für eine sizilianische Familienfeier adoptiert worden. Wir waren zur Magenweitung schon ein paar Tagen vorher zum Pizzaessen auf das Familienanwesen eingeladen. Zum Pizzaessen sind wir als normale Mitteleuropäer reinglaufen und als halb-italienische Fässer wieder rausgerollt. Man, war das lecker und viel. Beim Weihnachtsessen, ein paar Tage später, wussten wir also was kommt. Um 1300 hat uns Maria abgeholt. Bis 2000 haben wir geschlemmt und gebechert was das Zeug hält.Wir haben neben der sehr herzlichen Familie auch eine wunderschöne Familienweihnachtstradition kennen lernen dürfen.Einfaches aber einfach gutes Essen. Viele Zutaten kamen aus dem Garten, vom Nachbarn oder hatten eine Geschichte. Alles mit viel Liebe und Spaß zubereitet. Uns hat besonders gefallen, dass es ein sehr interaktives Fest war. Es wurde an verschiedenen Stationen im und ums Haus herum gekocht, gegrillt, gebacken. Wir durften überall probieren und mitmachen. Hier ein paar Bilder von einem unvergesslichen Weihnachtsessen.
Ausgeeselt
Wir fahren weiter den Peloponnes entlang. Die Insel Poros ist unser nächstes Ziel. Eine schöne Insel mit einem kleinen Städtchen drauf und einer guten Fährverbindung nach Athen. Tobi und Anna müssen wieder nach Hause fliegen. Sie steigen hier in die Fähre. Joni steht winkend an der Reling und schreit „Dau Anna!“ als ihr Tragflächenboot an uns vorbei braust. Nach ein paar Tagen Poros zieht’s uns in einen Hafen, in dem wir ein paar Tage sicher liegen können und mit dem Auto auch einige Landausflüge machen können. Von einem früheren Trip kennen wir Porto Heli. Die perfekte Bucht für unser Vorhaben. Gut geschützt bei allen Winden, Supermarkt und Bäcker gegenüber und Autoverleiher vor Ort.Zuerst verbringen wir aber in Porto Heli ein paar schöne Tage und lassen die Seele baumeln. Ella ist die letzten Tage an Bord und wir genießen das gemeinsame Planschen im Wasser. Das Wasser in Porto Heli ist nicht so klar und auch die Strände sind nicht so der Hit. 10 Minuten vor Porto Heli sind aber mehrere Buchten, die klares Wasser und schöne Strände haben. Wir ankern also morgens mit der Luna um und genießen die Tage.In Porto Heli gibt es auch einen Marine Laden, den wir fast täglich zwecks unseres Ersatzteils für den Außenborder besuchen. Der Eigentümer ist sehr nett und hilfsbereit. Nachdem er fast zwei Wochen sämtliche Großhändler und Yamaha Händler abgefahren und abtelefoniert hat findet er endlich das richtige Ersatzteil. Er ist überzeugt, dass es das letzte in ganz Griechenland ist. Hannes baut das Teil sofort ein und wir düsen erst einmal einige Runden durch die Bucht. Meine Eselei mit dem Außenborder ist endlich vorbei.
