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Alarm! Wir driften

Was für eine Nacht. Wir haben bei unserer Ankunft den Anker hier mit 3.000 Touren auf beiden Motoren eingefahren. Das ist gründlich. Der Boden hier ist sandig, aber sehr hart. Und viele Stellen sind mit Seegras bewachsen. Das ist kein optimaler Ankergrund, aber sollte schon halten.​ Kathi bei 40kn am Rad. Aus dem Bett gleich ins Ölzeug. Leider vergisst Hannes Schuhe anzuziehen. Also erst mal schnell Jacke an und an die Motoren.Der rechte Motor springt nicht an; Mist, gestern wollten wir noch den Tank aus unseren Kanistern auffüllen. Mhm, was man nicht sofort macht….Ein Katamaran hat ja zwei Motoren. Also schnell links anschmeißen, um das Boot zu stabilisieren… Zum Glück ist die Bucht groß und wir haben noch Platz. Trotzdem ist die Situation nicht gerade beruhigend.​ Wir können mit einem Motor das Driften stoppen. Rechts geht nach einer neuen Ladung Diesel auch wieder. Es ist schwierig das Boot in den Böen wirklich an Ort und Stelle zu halten.Wir holen den Anker hoch. Er ist voller Büschel von Seegras. Kein Wunder, dass er sich nicht mehr einbuddlen will. Hannes kratz befreit den Anker von den Gewächsen und wir werfen den Anker  wieder auf 3 Meter Wassertiefe. Aber auch hier will der Anker nur pflügen und nicht halten. Verdammtes Seegras. Tagsüber sieht man ganz gut, wie der Boden aussieht. Wir werfen dann den Anker immer über sandigen Stellen. Nicht so mitten in der Nacht. Kein Mond, kein Stern spendet Licht. Wir müssen den Anker ins Wasser werfen und hoffen, dass es hier irgendwo Sandflecken inmitten der Seegraswiesen gibt. Beim dritten Anlauf ruckt der Anker ein und hält. Eine 35 Knoten Böe testet den Anker gleich. Inzwischen fängt es an langsam zu dämmern. Hannes steht immer noch auf dem Vordeck, ein Fuß auf der Ankerkette und versucht zu erspüren, ob der Schlammhaken nun an Ort und Stelle bleiben will. Die Füße sind barfuß und wechseln ihre Farbe von hautfarben zu weiß mit einem Stich ins Blaue. Juli macht mit Joni einen Selfie Contest. Joni und Julia wachen von dem Gerumpel der Kette und dem Motorengeräusch auf. Sie sehen uns von drinnen mit großen Augen an. Juli bemuttert Joni und beschäftigt ihn. Sie schnappt sich Papas Handy und gemeinsam machen sie über 100 Grimassen Selfies und haben großen Spaß.​Wir sind total durchgefroren und brauchen fast eine Stunde bis uns wieder richtig warm ist. Für heute Nachmittag sind Böen bis 50kn angesagt also knapp 100 km/h. Wir sind gespannt, was der Tag noch so alles an Überraschungen bereit hält.

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Marokko here we come

Heute morgen haben wir Servus zu unseren Liegeplatznachbarn – rechts die Guardia Civil und links die Armada – gesagt. Leinen los und auf Richtung Marokko!Kräftiger Wind und Strom aus der Straße von Gibraltar schieben uns zügig von Ceuta weg. Unser Ziel heißt Smir und ist ein kleiner Hafen ein paar Kilometer von Ceuta weg. Smir ist Ort, der von wohlhabenden Marokkaner als Sommerresidenz genutzt wird. Schicke Villen stehen am Strand, das touristische Angebot ist sehr westlich. Stört und aber gar nicht. Wir sind aus 2 Gründen hier: Strand (für die kürzeren Crewmitglieder) und die benachbarte Stadt Tetouan. Hier freuen wir uns schon auf das leckere Essen, die Medina und die Souks. Tetouan ist laut LoneyPlanet eine sehr ursprüngliche marokkanische Stadt und wird als Juwel gepriesen.Wir freuen uns auf jeden Fall schon drauf den Kids das alles zu zeigen.  Kathi zieht die marokkanische Flagge und die Q-Flagge hoch. Q steht für Quarantäne – Muss man setzen bevor man in einem neuen Land einklariert hat Die spanische Flagge schaut schon arg lädiert aus. Was wäre Marokko nur ohne seine Tourifallen Endlich Strand!

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How to cook a real Spanish Paella

Ja, wir liegen immer noch im Hafen von Cartagena. Das ist ja gerade das Schöne, wir haben keine Eile und können auf den passenden Moment zum Segeln warten. In der Zwischenzeit genießen wir hier Land und Leute. Gestern Abend haben wir gelernt wie man spanische Paella kocht. Zuerst dachten wir, dass wir das problemlos selber hinbekommen. Wir hatten ja einige Einkaufstipps erhalten: die Fisch- und Muschelmischung vom Mercadona, eine fertige Mischung aus Fisch- und Gemüsebrühe, Hühnerfleisch, einen speziellen Paellareis, Paprika und „Colorante“.  Als erstes schneiden wir das Hühnerfleisch. Soweit so klar. Die Fische und Muscheln stellen uns vor eine größere Herausforderung. Wir haben beide noch nie selber Muscheln gekocht. Was also tun? Wir beschließen kurz zu Antonio und Yolanda zu schauen und mal nachzufragen. Erst will Antonio anfangen uns wortreich zu erklären was zu tun ist. Es dauert nur einen kurzen Moment, und die beiden lassen ihren Aperitif sausen und stellen sich in unsere Küche. Jetzt wird gekocht wie in Villariba (hinterher haben wir dann auch Villabajo mäßig geschrubbt). Bessere Lehrer zum Paella zaubern hätten wir uns nicht vorstellen können. Wir haben eine Menge Spaß und das Ergebnis ist eine supergute Paella. Um ehrlich zu sein, hätten wir so einiges anders gemacht. Was auch immer dabei rausgekommen wäre, Paella wäre es nicht geworden.Felix und Juli sitzen erwartungsvoll auf der Treppe und schauen in die Paella Pfanne. Als sie endlich probieren dürfen, grinsen sie Yolanda an und flöten „me gusta“. Ein schöneres Kompliment hätte es wohl in dem Moment nicht geben können. Es werden die Teller geleert was das Zeug hält. Sogar Jonathan lässt sich die Paella schmecken

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BVIs und die fiesen Sandmücken

In den USA tobt ein ausgewachsener Wintersturm der uns daran erinnert, dass wir a) eigentlich Winter haben und b) wir ein gutes Stück nördlich schon sind und auch eins auf die Mütze kriegen können. Durch den Sturm ein paar hundert Meilen weiter nördlich, wird sicher Wind und Schwell auf den BVIs anders verhalten als das sonst so üblich ist. Horrorstories machen die Runde unter den Seglern. Die Behörden von den BVIs schicken uns SMS, das „EXTREME Caution“ angesagt seien und wir „property and life“ schützen sollen. In der Reihenfolge. Also verlegen wir in eine Bucht, die guten Schutz verspricht. Der Wind ist eher moderat (25kn maximal, also nix was Angst macht), vom Schwell bekommen wir dank der Bucht nichts mit. Wir ahnen aber, dass es vor den Inseln ordentlich abgeht. Die Bucht ist voller Wracks von Irma und Maria. Perfekter Abenteuerspielplatz für die Kleinen und Großen. Die Schiffe liegen auf den Strand geschleudert und harren ihrer Verschrottung. Keines der Schiffe war versichert und keines lohnt sich zu reparieren. Die Eigner melden sich nicht (müssten ja die Bergung zahlen) und irgendwann werden die Wracks abgeholt und verschrottet. Bei der Menge Schiffe, die hier verloren gegangen sind, wird das wohl noch einige Zeit dauern. Wir klettern in die Schiffe rein und gucken uns in den gut erhaltenen Wracks um. Die Kinder spielen mit den aus den Küchen geschleuderten Herden am Strand Kochen und lassen ihrer Fantasie freien Lauf. An einem Nachmittag sammeln wir Treibholz zusammen und machen ein schönes Feuerchen am Strand. Stockbrot und ein paar Würstchen machen die Kids happy, die Erwachsenen freuen sich über Ti-Punch. Worüber sich keiner freut, sind die Sandfliegen. Diese Biester sind Stecknadelknopf groß und kaum zu sehen. Sie stechen aber wie ganz Große. Dummerweise kommen die dann auch gleich im Hunderterpack daher. Es fängt so an, dass alle in Bewegung bleiben, irgendwann rennen wir alle ums Feuer rum und schlagen auf unsere Arme und Beinen ein. Nachdem die letzte Wurst verschlungen ist, machen wir schnell das Feuer aus und flüchten auf die Boote. Am nächsten Tag sind wir übersät mit hunderten (Kathi) und zig (Julia, Felix und Hannes) Stichen. Die Stiche sehen aus wie kleine Mückenstiche aber jucken wie Hölle. Und das auch noch tagelang. Fiese Viecher.

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Antigua gibt uns zum Abschied noch A****tritt

Zusammen mit der Quiset Crew haben wir auf Antigua ein paar Buchten und Sehenswürdigkeiten an Land besucht. In einer wunderschönen Bucht, die auf den Namen Deep Bay hört, waren wir fast eine ganze Woche. Hier waren wir gut geschützt gegen den immer noch sehr kräftigen Wind. Ein Wrack ein paar hundert Meter hinter uns lädt zum Schnorcheln ein, der schöne Sandstrand zum Baden und ein verlassenes Fort zum Wandern und erkunden. Unser Zuhause schwimmt in Deep Bay Quiset Crew mit Kathi und Felix nach dem Schnorchel Ausflug Felix und Kathi erkunden ein Wrack Je weniger erschlossen, um so besser. Leider gibt’s in diesen Buchten aber auch nichts zum Beissen. Fische angeln ist nicht, Ciguetera ist hier weiter verbreitet. Ihr kennt Ciguetera nicht? Einfach mal googlen und kurz gruseln. Also haben wir mit der Quiset den Plan ausgeheckt, kurz zurück nach Jolly Harbour zu segeln. Hier gibt’s alles was arm macht und satt. Uns war klar, dass uns ein kurzer (40 min) aber rauer Törn erwartet. Wind und Welle waren aber mit uns, wenn auch sehr kräftig. Als wir in Jolly den Anker werfen, fegt gerade eine Böe nach der anderen über den Ankerplatz. Wir messen 45 kn, Windstärke 8. Keine einfachen Bedingungen, in einer engen Anchorage mit vielen anderen Booten. Ankern geht bei uns so: Kathi ist am Ruder und ich stehe vorne an der elektrischen Ankerwinsch. Kathi bringt uns an die vorher vereinbarten Stelle und ich lass den Anker runter, stecke so viel Kette, wie die Wassertiefe erfordert (Wassertiefe X 5 = Kettenlänge). Dann lassen wir uns kurz treiben und lassen den Anker auf dem Grund etwas Zeit, dass er sich richtig rum hinlegt und eingraben kann. Dann gibt Kathi Gas und wir fahren den Anker rückwärts rein. Ziel ist es, den Anker tief in den Seeboden zu graben. Wenn der Anker hält, gibt Kathi langsam rückwärts mehr Gas. Bis beide Motoren fast auf Vollgas stehen. Das ist der ultimative Test, ob der Anker so gut hält wie bei richtig heftigem Wind. Man weiß ja nie, was Nachts um 2 Uhr für ein Gewitter über einen rüberzieht. Wenn der Anker bei diesem Manöver im Boden bleibt, schlafen wir gut und wissen, dass wir uns keine Sorgen um unser Hab und Gut machen müssen. Hängt ja alles an dem Haken da unten im Schlamm.In Jolly Harbour mussten wir zum ersten Mal erfahren, dass der Anker nicht hält. Beim beschriebenen Anker einfahren, ist er 3 mal ausgebrochen. Irgendwie hatten wir dann keinen Vertrauen mehr in den Ankerplatz und haben kurzfristig entschieden, zurück nach English Harbour / Falmouth zu fahren. Dummerweise ein paar Stunden gegen Wind und Welle. Dank der Motoren hat das gut geklappt, wenn auch nass und sehr unbequem. In  Falmouth haben wir uns in die hinterste Ecke verkrochen und  erstmal was Schönes gegessen. Draußen auf See krachen die Wellen ans Riff und der Wind pfeift im Rigg, hier drinnen ist es ruhig und angenehm und wir haben das Gefühl, das wir Wind und Welle draußen nur geträumt haben. Die dicke Salzschicht, die sich über das Vorschiff zieht, spricht eine andere Sprache. Die heißbeliebten Sundowner auf dem Vorschiff Wir verbringen noch ein paar schöne Tage mit Baden und Wandern. Die Lotte Crew ist auch noch hier. Als Wind und Welle nachlassen, gehe ich zum Ausklarieren und werde vom Staat Antigua beschi**en. Kinder zählen nicht als Crew sondern als Passagiere und müssen Embarcation Tax bezahlen. 30 USD pro Kind, macht bei uns 90$. Mein Werben und später Zetern nützt nichts. Wir müssen blechen. Das erste Mal, dass wir für unsere Kinder schlechter gestellt werden. Das ist weltweit vermutlich einmalig. Wir verlassen Antigua, dass uns eigentlich gut gefallen hat, mit einem ordentlichen Groll im Bauch, Richtung St. Barts.

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Umzug, Vorbereitung, Shake down

4000 km Autofahrt, 6 kräftige Hände – fertig ist der Umzug Ende Februar haben wir unsere sieben Sachen gepackt. Alles in Kisten verpackt, was wir für 2 Jahre brauchen: Kinderkleider von 8 Monate bis 7 Jahre, Küchengeräte, Beiboot, Weihnachtsbaum samt Baumschmuck, Weihnachtsgeschenke und und und. Hannes fiel die Aufgabe des Fahrers zu. Mit einem gemieteten Wohnmobil ging es die über 2.000 km von München nach Cartagena. Was für ein Ritt! 2 Tage nur Autobahn fahren. Von Schneetreiben bis sommerliche 24° C war alles dabei. Dank des bequemen Wohnmobils mit Küche, bequemen Bett und einer guten Heizung  erträglich.Kathi kam mit Jonathan und unserem Freund Kai im Flieger nach.

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Die Kisten waren nach ein paar Stunden auf dem Boot und Kathi hat sich dem Verstauen auf dem Schiff gewidmet.  Kai und Hannes haben Luna derweil kindersicher gemacht und noch ein paar Verschönerungen vorgenommen.​Am letzten Tag haben wir uns dann eine kleine Ausfahrt gegönnt. Mit herrlichen Wetter, ordentlichem Wind und einer leckeren Gazpacho auf hoher See haben wir unseren Einzug gefeiert.

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Den Plan unseren ersten Thunfisch zu fangen, mussten wir leider ergebnislos abrechen. Kann ja alles noch kommen.Umzug abgeschlossen, Kathi, Johnny und Kai fliegen ins kalte Deutschland zurück und Hannes  fährt das leere Wohnmobil nach Hause. Jetzt ist das Boot abfahrtbereit. Wir sind es noch nicht – wir arbeiten noch dran.

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Atlantikrunde abgeschlossen und schon brennt die Luft

Unsere Nordatlantikrunde haben wir ziemlich genau nach einem Jahr auf dem Wasser in Cartagena beendet. Bei der Einfahrt in Cartagena saßen Felix und Julia auf dem Salondach und haben sich wie Schnitzel gefreut wieder in Cartagena zu sein. Felix hat seine Trompeten Conch von den BVIs rausgeholt und laut seine Freude raustrompetet. Unsere Freunde Yolanda und Antonio standen winkend am Steg und haben uns zur Begrüßung in die Arme genommen. Hinter uns liegt ein Jahr voller Eindrücke, Freiheit und Zeit für uns als Familie. Joni rast durch die Stadt zu einem Musikfestival Wir bleiben ein paar Tage in Cartagena, feiern Felix Geburtstag mit Yolanda und Antonio nach und werden in die Geheimnisse des Tapas Essen eingeführt. Unsere Bäuche nehmen erschreckende Endlich 6 Jahre alt Der lustigste Geburtstag dank Spaßvogel Antonio Ausmaße an, ob der Schlemmereien die Yolanda hervorzaubert.Die Kids sind sofort wieder ganz dicke mit den Marineros und sausen mit Alberto dem Hafenmeister im Golfcart durch die Marina. Alle 3 stehen sofort Hola-schreiend an der Reling wenn ein Marinero im Golfcart vorbei fährt. Mit Alberto auf dem Golcart durch die Marina brausen – ein Kindertraum Das Wetter sieht günstig aus, also setzen wir schweren Herzens die Segel und verlassen diesen netten Ort mit seinen herzlichen Menschen.  Das Mittelmeer zeigt sich von seiner freundlichen Seite mit tollen Sonnenuntergängen Auch wenn wir jetzt den Kreis am Nordatlantik geschlossen haben, wollen wir jetzt das nächste Kapitel der Reise aufschlagen. Im Mittelmeer gibt’s noch so viel zu entdecken. Unser nächstes Ziel ist eine echtes Sehnsuchtsziel für Kathi und Hannes. Davon reden wir seitdem wir uns kennen. Einmal zum Stromboli segeln. Der Stromboli ist einer der aktivsten Vulkane weltweit. Praktischerweise mitten im Wasser bei Sizilien gelegen  -also ideal zum hinsegeln.  Bewegungsmangel gibt es nie – danke Fitnessprogramm. Alle machen mit. Kathi im Angelfieber – leider beißt nur einmal was Das Mittelmeer zeigt sich bei dem Trip von seiner sanften Seite. So sanft, dass wir den Motor oft mitlaufen lassen müssen. Wir fahren durch glattes, tiefblaues Wasser. Auf der Höhe von Ibiza schwimmen überall Thunfische ums Boot herum. Den ganzen Tag. Kathi packt das Angelfieber und sie holt unseren letzten Thunfisch Geheimwaffen Köder raus. Der Köder ist 3 Meter hinter unser Badeleiter im Wasser als ein schwarzer Schatten herausschießt und in den Köder beisst – ihn leider aber auch abbeisst. Jetzt ist Kathis’ Ehrgeiz endgültig entbrannt. Es werden gleich 2 Leinen ins Wasser geworfen und jedes Mal kommen die schwarzen Schatten und schwimmen auf Zentimeter an die Köder heran, riechen aber den Braten ganz offensichtlich. Egal was wir machen, keiner der vielen, vielen Thunas die wir sehen will zu uns in die Pfanne. Wenigstens können wir den ganzen Tag diese eleganten Schwimmer im glasklaren Wasser bewundern.  Stromboli voraus Nach ein paar Tagen segeln und motoren, fahren wir auf den leicht rauchenden Kegel des Strombolis zu. Wir ankern auf der sichern Seite auf schwarzen Vulkanbrocken. Die Kinder sind mehr als heiß drauf endlich wieder baden und schnorcheln zu gehen. Das letzte Mal war auf den Bahamas vor 2 Monaten.  Auch hier klares, warmes Wasser. Die Kinder sind begeistert. Wir wollten eigentlich auf den Vulkan hoch steigen, verschieben aber angesichts der Hochsaison und der Massen die sich durch den Ort schieben, die Besteigung auf das Frühjahr, wenn wir hier noch einmal vorbei schauen. Die Insel hat’s uns schwer angetan. Ein echtes italienische Gelato!

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Der letzte Törn: Telegraph Road, Keine Bucht frei und Tanker ziemlich nah an Luna

Wir bleiben ein paar Tage in Toulon und genießen das süße Hafenleben, die fantastischen Supermärkte und das beschwingte Lebensgefühl der Cote d’Azur. Ein Mistral Sturm kommt vorbei und zeigt noch mal wo der Hammer hängt. Ich wache morgens von einem eigenartigen Pfeifen auf. Jeder der den Song Telegraph Road von den Dire Straits kennt, kann sich das Geräusch vorstellen. Ich denke daher auch, wer hört denn Dire Straits so laut im Hafen so früh am Morgen? Beim verpennten Blick durch die Luke über unserem Bett wird mir klar, das weder die Dire Straits ein Reunion Konzert um 6 Uhr morgens in Toulon abhalten als noch ein anderer Segler zu laut aufgedreht hat. Es ist der Wind, der sirrend und pfeifend durch die Takelagen der umliegenden Boote feuert.  Nachdem der Telegraph Road Mistral sich nach Sizilien ausgeweht hat, begleichen wir schwer schluckend die Rechnung der Marina. Hier wird uns noch mal schmerzlich bewusst, dass das beschwingte Lebensgefühl der Cote d’Azur zu einem saftigen Preis daher kommt.  Die Küste zwischen Toulon und Marseille ist wild romantisch Unser letzter Törn beginnt. Wir legen ab mit dem Ziel der Calonques kurz vor Marseille. Tief eingeschnittene Felsbuchten, die malerisch gelegen sein sollen, sauberes, klares Wasser perfekt zum Schwimmen. Danach wollen wir zu unserem Endhafen fahren. Luna kommt aus dem Wasser, Boot ausräumen, heimfahren, Luna verkaufen so lautet der Fahrplan.  Gemeinsam suchen wir nach Delfinen. Sehen leider „nur“ Schildkröten. Mit dem letzten Büchsenlicht kommen wir in dem Gebiet der Calonques an. Doch oh Schreck, die erste Bucht ist gesperrt, die zweite besetzt, die dritte zu tief, die vierte zu eng für uns, die fünfte für den Schwell, der noch vom Mistral steht, offen und irgendwann ist es dunkel und wir haben noch keinen Platz zum Ankern. Also halten wir Kriegsrat. Wir einigen uns darauf, das es zwar fürchterlich unromantisch und nicht der Abschluss der Reise ist, den wir uns gewünscht haben, aber wohl das Beste ist, zu unserem Endhafen durch zu segeln. Die Kids sind ziemlich enttäuscht. Wir wollten alle noch mal ums Boot schwimmen, Beiboot fahren und so.Es hilft alles nicht. Kathi bringt die jammernden Kinder ins Bett und ich segle Luna durch die vielbefahrenen Gewässer rund um Marseille Hannes am Rad auf dem Weg zu den Buchten Unser Zielhafen heißt Port St Napoleon und liegt zwischen der Camargue und der der Cote d’Azur. Hier wollen wir unsere Luna an Land stellen. Der Hafen liegt etwas landeinwärts und ist mit einem ausgebaggerten, engen Fahrwasser ans Meer angeschlossen. Hier gibt es jeden Menge Schwerindustrie Anlage, Raffinerien und andere Hübschigkeiten.Die Rhone fließt hier auch ins Meer und damit ist auch ganz ordentlicher Verkehr in dem engen Fahrwasser. Gegen 2.00 wecke ich Kathi. Gegen die abertausenden Flutlichter der Industrieanlagen sind die Funzeln auf den vielen Seezeichen nur mit Mühe zu erkennen. Ständig donnern Fähren, Autofrachter, Tanker und andere Großschiffe an uns vorbei. Wir motoren am Rand des Fahrwassers und fahren Zickzack um die vor Anker liegenden Kolosse. Am Ende des Fahrwassers müssen wir über eine Abbiegung nach Links in den Hafen finden. Dummerweise rauscht  genau in diesem Moment ein Tanker und sein Schlepper mit hoher Geschwindigkeit um die Kurve und wir sehen für einige bange Minuten rot und grüne Positionslichter gleichzeitig, was immer bedeutet: Da fährt was auf uns zu. Wir schlagen einen Haken ins flache Fahrwasser und können den Kopf in den Nacken legen um einen Tanker mal aus der Nähe zu sehen und zu hören. Langweilig ist nachts segeln in solchen Gewässern nicht gerade.  Um 3.15 legen wir ziemlich platt am Hafen an und sind zu müde zum Feiern. 2 Jahre und einige tausend Meilen liegen hinter uns. Es braucht tatsächlich einige Tage, um zu begreifen, dass wir es geschafft haben, uns getraut haben los zu fahren und auch wieder sicher und gesund zurück gekommen sind.  Luna kommt aus dem Wasser 2 Tage später steht Luna an Land, Kathi fährt Kathi mit den Kids nach Hause um am nächsten Tag mit einem gemieteten Sprinter die 1200 km wieder zurück zu fahren. Wir schuften 7 Tage 16 Stunden, bis zur Erschöpfung. Dann ist Luna ausgeräumt, die Spuren der Reise beseitigt und Luna fertig für das nächste Abenteuer mit einem neuen Eigner. Mit einem hemmungslos überladenen Transporter kommen wir erschöpft in Erlangen an, räumen schnell alles in Lager und beziehen unsere Übergangswohnung. Kathi hat heute wieder angefangen zu arbeiten, bei mir geht’s in 4 Wochen los.  Wir arbeiten an Luna bis die Schwarte kracht. Völlig erschöpft vor unserem überladenen Lieferwagen. Jetzt ist die Reise vorbei Wir sind noch am verarbeiten und gedanklichen sortieren unserer Reise. Bei mir stellt sich jeden Tag ein bisschen mehr eine große Dankbarkeit ein. Was für ein Geschenk, so etwas machen zu dürfen. Mit all seinen Hochs und Tiefs. Zwei intensive Jahre als Familie. Eine Erinnerung fürs Leben.  Wir machen noch schnell Fotos für die Verkaufsanzeige und das letzte Selfi auf dem Sprinter Dach vor Luna